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AKM-LSG Richtlinien

Warum muss ein Webradio bei der GEMA-AKM und GVL-LSG angemeldet werden?

Der Schutz der künstlerischen Leistungen von Urhebern und ausübenden Künstlern (z.B. Interpreten) wird im Urheberrechtsgesetz geregelt.
Danach müssen Urheber und Künstler eine Vergütung für die Nutzung ihrer Rechte erhalten.
Diese Aufgabe übernehmen GEMA-AKM und GVL-LSG: Die GEMA-AKM verwaltet u.a. die Rechte von Komponisten und Textdichtern (Urhebern),
die GVL-LSG vertritt ausübende Künstler (Sänger, Musiker etc.) und Tonträgerhersteller.
Daher ist eine Lizenzierung sowohl durch die GEMA als auch durch die GVL in jedem Falle erforderlich.
Die GVL-LSG lizenziert die in einem Webradio-Angebot verwendeten Musikaufnahmen,
die auf Tonträgern (z.B. CDs) oder in On-Demand-Angeboten (z.B. Musicload oder iTunes) erschienen sind.

Nicht erlaubt sind: selbst aufgenommene Titel, ob im Radio, TV oder bei Clipfish – Youtube, von Hörern,
                              oder selbst gesungene, oder übersprochene bzw. geänderte eigene Aufnahmen.

Die GVL-LSG Lizenzierungspflicht gilt unabhängig davon, ob die gesetzliche Schutzfrist für die Urheberrechte der Komponisten
und Textdichter noch besteht oder bereits abgelaufen ist.

Was muss ich machen, um mit meinem Hobbyradio legal zu senden?

Bitte beachten Sie, dass Anbieter von Online-Streams nur die technischen Rahmenbedingungen bereitstellen,
nicht aber leistungsschutzrechtliche Lizenzen erteilen können.
Hierfür sind Sie als Betreiber des Webradios verantwortlich.

Zusammenfassend müssen Sie folgende fünf Schritte absolvieren, um legal auf Sendung zu gehen:

•Bauen Sie die technischen Rahmenbedingungen (Studio, Technik) für Ihr Webradio auf.
•Melden Sie einen Onlinestream an.
•Melden Sie Ihr Webradio bei der GVL-LSG (sowie bei der GEMA-AKM) an. Nutzen Sie zur Lizenzierung den offiziellen GVL-LSG -Anmeldebogen.
•Wenn die GVL-LSG keine Einwände zur Anmeldung hat, können Sie sofort mit dem Sendebetrieb beginnen. Die GVL-LSG stellt Rechnungen pro Quartal (rückwirkend).
•Bei Einstellung des Webradios müssen Sie den GVL-LSG -Vertrag (und den GEMA-AKM-Vertrag) kündigen, dies ist jeweils zum Monatsende möglich.

Was kostet ein Webradio?

Die Vergütungsberechnung erfolgt nach dem aktuellen GVL-LSG Webcast-Tarif (einzusehen GVL-LSG).
Der Tarif unterscheidet zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Angeboten. Relevante Faktoren,
um die Vergütungen zu berechnen, sind unter anderem die tägliche Sendedauer, die durchschnittliche Zuhörerzahl
und die Anzahl der zum Zwecke des Webcast gespeicherten Musiktitel.

Ein Webcaster muss die folgenden Betriebsvoraussetzungen erfüllen,
um eine Webcasting-Lizenz entsprechend des Wahrnehmungsvertrages zu erhalten

1. Keine Programmvorschau

Der Webcaster darf keine Programmvorschau oder anderweitige Bekanntmachung veröffentlichen oder deren Veröffentlichung veranlassen, in der die Titel der einzelnen Musikaufnahmen oder der Titel eines Albums, in dem die Musikaufnahmen enthalten sind, bekannt gegeben werden, die Inhalt des Programms sind. Außer zu Illustrationszwecken dürfen die Namen der ausübenden Künstler, die im Programm gespielt werden, nicht im Voraus genannt werden. Dies schließt die Ankündigung nicht aus, dass ein bestimmter Künstler innerhalb eines nicht näher spezifizierten Zeitrahmens im Programm enthalten ist.

Das bedeutet, wir dürfen im Sendeplan z.b. Wunschsendung, Oldies, Schlager, Lieder fürs Herz, Volksmusik oder Country ankündigen, nicht aber welche Titel, welche Interpreten, welche CD, wobei Wünsche nicht sofort, sondern eigentlich erst in der nächsten Sendung des Moderators gesendet werden dürfen, oder Wünsche, die per Mail eingegangen sind, wie Hörersendung, da allerdings strikt darauf achten, dass alle Titel rein – übersprochen werden und man darf nicht sagen – ankündigen von wem die Wünsche sind.

2. Musikprogramm

Der Webcaster darf innerhalb von drei Stunden seines Programms nicht übertragen:
•(a) mehr als drei verschiedene Titel von einem bestimmten Album, davon nicht mehr als zwei Titel aufeinanderfolgend; oder
•(b) mehr als vier verschiedene Titel eines bestimmten Künstlers oder einer Compilation von Musiktiteln, davon nicht mehr als drei aufeinanderfolgend.

3. Programmkonserven und Sendeschleifen

Die Übertragung darf nicht Teil sein von:
•(a) einer Programmkonserve von weniger als fünf Stunden Dauer; oder
•(b) einer Programmkonserve von fünf oder mehr Stunden, die für einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen übertragen wird; oder
•(c) einer Sendeschleife von weniger als drei Stunden Dauer.

4. Programmwiederholung

Die Übertragung darf nicht Teil eines als solches erkennbaren Programms sein, in dem Musikaufnahmen in einer vorbestimmten
Reihenfolge (außer in Programmkonserven und Sendeschleifen) übertragen werden, wenn dieses Programm

•(a) öfter als drei Mal innerhalb eines im Voraus öffentlich bekannt gegeben Zeitraums von zwei Wochen,
sofern es sich um ein Programm von weniger als einer Stunde Dauer handelt; oder
•(b) öfter als vier Mal innerhalb eines im Voraus öffentlich bekannt gegebenen Zeitraums von zwei Wochen,
sofern es sich um ein Programm von einer Stunde Dauer oder länger handelt, übertragen wird.

5. Verbot der Nutzung zu Werbezwecken und Synchronisation

Der Webcaster darf die Musikaufnahmen als solche oder als Bestandteil eines Dienstes,
der Übertragungen von Bildern oder Filmen anbietet, nicht in einer Weise übertragen, die geeignet ist,
den falschen Eindruck einer Verbindung des Urheber- und/oder Leistungsschutzrechtsinhabers mit dem Webcaster
oder einem bestimmten Produkt oder Dienstleistung, die vom Webcaster beworben wird, zu erwecken.
Der Webcaster darf ferner bei der Übertragung nicht den Eindruck erwecken, seine über die reine Übertragung
von Musikaufnahmen hinausgehenden Tätigkeiten würden durch den Inhaber der Urheber- und/oder Leistungsschutzrechte
(einschließlich des ausübenden Künstlers) gesponsort oder anderweitig unterstützt.

6. Verhinderung des Scannens und Aufnehmens des Programms

Der Webcaster muss aufeinander folgende Musikaufnahmen, die er innerhalb seines Programms verwendet,
entweder übersprechen oder ineinander überblenden. Sollte dies im Einzelfall nicht möglich sein,
so darf die Zeitspanne zwischen zwei übertragenen Musikaufnahmen 0,25 Sekunden nicht überschreiten.
Sofern es nicht mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden ist, muss der Webcaster im Markt allgemein erhältliche,
effektive technische Maßnahmen einsetzen, die darauf abzielen, zu verhindern, dass:

•(a) der Empfänger der Übertragung oder jede andere Person das Programm des Webcasters allein oder zusammen
mit weiteren Übertragungen anderer Webcaster automatisch scannen kann, um so bestimmte Musikaufnahmen
aus den Programmen herauszufiltern; und
•(b) der Empfänger der Übertragung Vervielfältigungen der Musikaufnahmen herstellen kann
(mit Ausnahme technisch bedingter, vorübergehender Vervielfältigungen).

Am Besten ist es, in das Ende jeden Liedes, sowie in den Anfang des folgenden rein- bzw. drüber zu sprechen.

7. Unterstützung technischer Maßnahmen

Der Webcaster soll technische Maßnahmen unterstützen, die von Tonträgerherstellern eingesetzt werden,
um ihre Musikaufnahmen zu identifizieren und zu schützen. Sofern diese technischen Maßnahmen von dem Webcaster
ohne substanzielle Kosten und ohne spürbare Beeinträchtigung des übertragenen Signals mit übertragen werden können,
darf er diese nicht stören.

8. Übermittlung von Informationen zur Rechtewahrnehmung

•(a) Der Webcaster soll während, aber nicht vor der Übertragung die folgenden Informationen über die Musikaufnahmen
in einer Weise übermitteln, dass diese dem Empfänger auf einer hierfür bestimmten Vorrichtung angezeigt werden:
Titel der Musikaufnahme, ggf. Titel des Albums, auf dem der Track enthalten ist, und Name des ausübenden Künstlers.
•(b) Die Übertragung der Musikaufnahmen soll, sofern technisch realisierbar, begleitet werden von der Übermittlung
der in den jeweiligen Musikaufnahmen von den Rechteinhabern eingefügten Informationen bezüglich Titel und ausübender Künstler.
Diese Verpflichtung gilt unter den in Nr. 6 genannten Voraussetzungen.

9. Keine Übertragung unautorisierter Musikaufnahmen

Der Webcaster darf keine unautorisierten Musikaufnahmen übertragen; dazu zählen ohne Ausnahme sog. Bootlegs
(unautorisierte Konzertmitschnitte) und Aufnahmen, die im Land, in dem der Webcaster seinen Sitz hat,
noch nicht für Webcasting-Zwecke veröffentlicht worden sind. Der Webcaster darf die Musikaufnahmen nicht re-mixen
oder in anderer Weise verändern, sodass die übertragenen Musikaufnahmen sich von den Originalaufnahmen unterscheiden.

10. Automatische Senderwechsel und personalisierte Programme

Der Webcaster darf keine Vorrichtungen unterstützen, die das automatische Springen von einem Programm-Kanal zum anderen ermöglichen.
Der Empfänger darf jedoch die Möglichkeit haben, Pausen- und Skip-Funktionen zu verwenden.
Skip-Funktionen zum Überspringen einzelner Titel oder eines vorwärts gerichteten Zeitintervalls müssen vom Webcaster
vorgegebene Abstände haben, die der Empfänger individuell nicht beeinflussen kann.
Der Webcaster kann außerdem personalisierte Programme anbieten („Präferenzfunktionen“).
Die Präferenzfunktion ist die Möglichkeit des Empfängers, den Webcastern bevorzugte Genres, Künstler oder Musikaufnahmen mitzuteilen.
Die Kombination von Skip- und Präferenzfunktionen darf nicht dazu führen, dass Aufnahmen konkret gewünschter Künstler oder Alben übertragen werden.
Die Kombination unbegrenzter Skip-Funktionen mit Präferenzfunktionen ist jedoch ausgeschlossen.

11. Bewahren der Integrität von Werken und Darbietungen

Der Webcaster soll beim Gebrauch der Musikaufnahmen die Persönlichkeitsrechte der Urheber und ausübenden Künstler wahren.
Er hat insbesondere jede Entstellung oder andere Beeinträchtigung zu unterlassen, die das Ansehen und den Ruf dieser Personen gefährden könnte.
Dies gilt gerade auch bei der Verbindung von Musikaufnahmen mit Bildern oder Filmen.


Zuwiderhandlungen bzw. ein Verstoß gegen die Regeln, kann zum Ausschluss des Radios führen
                                         und auch weitere zivilrechtliche Schritte sind nicht ausgeschlossen.

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